EIN FALL FÜR SPEZIALISTEN
EXPERTENTREFFEN: Mastdarmkrebs ist gut heilbar, wenn er von Spezialisten mit neuen Verfahren behandelt wird.
Regensburg. Spezialisten für Mastdarmtumore trafen sich am Uni-Klinikum Regensburg zum Symposium "Rektumkarzinom-Chirurgie 2008". Dabei wurde klar, dass bei den sehr häufig auftretenden Darmtumoren eine Heilungschance besteht, wenn die Behandlung nach dem neuesten Stand erfolgt. Dies trifft für neu diagnostizierte wie auch für wieder auftretende Tumore zu. Allerdings bestehen bei der Versorgung der Patienten nach Ansicht der Experten deutliche Defizite.
"Leider werden Vorsorgeuntersuchungen zu selten durchgeführt, obwohl die Krankenkassen diese bezahlen", bedauerte Dr. Hans Worlicek, Gastro-enterologe in Regensburg.
"Lautet die Diagnose "Mastdarmkrebs", ist entscheidend, für jeden Patienten ein optimales Behandlungskonzept festzulegen", erklärte Prof. Dr. Hans Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des Uniklinikums. In erfahrenen Kliniken könne ein dauerhaft künstlicher Darmausgang meist vermieden werden. Um größte Sicherheit zu erreichen, dass der Tumor nicht wieder auftritt, sei in vielen Fällen sinnvoll, nicht sofort zu operieren, sondern eine Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie durchzuführen.
Neue Operationsverfahren tragen dazu bei, dass sich die Patienten schneller erholen und langfristig über eine sehr gute Lebensqualität verfügen. Meist sei möglich, die Blasen- und Sexualfunktion zu erhalten. Dazu ist eine besonders sorgfältige Operationstechnik notwendig. "Besonders Patienten mit Mastdarmtumoren sollten in entsprechenden Zentren behandelt werden. Um ein gutes funktionelles Ergebnis, aber auch bestmögliches Heilungsergebnis zu erreichen, ist gerade bei diesen Tumoren eine langjährige Erfahrung der behandelnden Ärzte unabdingbare Voraussetzung", betonen Prof. Dr. Hans-Rudolf Raab und Prof. Dr. Karl-Heinrich Link, Vorsitzende der Arbeitsgruppen der Gesellschaft für Viszeralchirurgie.
Auch bei fortgeschrittenen Tumoren ist in vielen Fällen eine Heilung möglich. "Leider wird oft angenommen, dass bei diesen Patienten der Tumor zu weit fortgeschritten ist, so dass sie erst gar nicht mit der Möglichkeit einer Operation vorgestellt werden. Vielen Patienten wird dadurch ein mögliche Heilung vorenthalten", bedauerte Prof. Dr. Pompiliu Piso. (mz)
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